Mittelschule

Erfolgreicher Mittelschulabschluss

Nach Besuch der 9. Jahrgangsstufe des Gymnasiums kann der erfolgreiche Mittelschulabschluss im Zeugnis bestätigt werden, wenn im Jahreszeugnis Noten erzielt wurden, mit denen auch die Jahrgangsstufe 9 der Mittelschule mit Erfolg besucht worden wäre (§ 20 MSO).

Er kann auch nachträglich durch eine Leistungsfeststellung an der Mittelschule (nicht termingebunden; D, M 2 Fächer aus: E, Ph/Ch/B, G/Ek/Sk und Arbeit-Wirtschaft-Technik) erworben werden (Ausnahmeregelungen für Bewerber mit nichtdeutscher Muttersprache und Aussiedler; § 21 MSO).

Wenn das Gymnasium nach der 9. Jahrgangsstufe verlassen werden muss, ohne dass ein normaler oder qualifizierter Mittelschulabschluss erreicht wurde, ist der Besuch eines 10. oder 11. Schuljahres (in Ausnahmefällen auch eines 12. Schuljahres) an der Mittelschule auf Antrag der Erziehungsberechtigten möglich, um so wenigstens einen Abschluss zu erreichen.

Quali (§ 23 – 28 MSO)

Durch die Teilnahme an einer besonderen Leistungsfeststellung, die teilweise zentrale, landeseinheitliche Aufgabenstellungen enthält, kann mit der Gesamtbewertung 3,0 in den Prüfungsfächern der qualifizierende Mittelschulabschluss (Quali) erworben werden, der überdurchschnittliche Leistungen bestätigt. Der Quali erhöht die Chancen auf eine Lehrstelle erheblich.

  • Alle SchülerInnen ab der Jahrgangsstufe 9 können daran teilnehmen.
  • Für SchülerInnen der 9. und 10. jahrgangsstufe ist der Quali nur sinnvoll als „Absicherung“, wenn das Erreichen der mittleren Reife gefährdet ist, also das Weiterkommen im Gymnasium oder ein Wechsel auf eine andere weiterführende Schule nicht möglich bzw. nicht sinnvoll erscheinen.
  • Der Quali ist eine anspruchsvolle Prüfung, die eine eigene sorgfältige Vorbereitung verlangt! Dann sind die Erfolgsaussichten für Gymnasiasten aber sehr gut.
  • Zu überlegen ist auf jeden Fall, ob man sich den vor allem durch die neue Projektprüfung doch stark gestiegenen Unterrichtsausfall am Gymnasium wirklich leisten kann und nicht die Zeit in Arbeit investiert werden sollte, um doch am Gymnasium zu bestehen.

Vorteile

  • Berechtigung zum Besuch von Berufsfachschulen, die den Quali als Voraussetzung verlangen
  • Berechtigung zum Besuch der 2stufigen Wirtschaftsschule (E mindestens Note 3), auch wenn die 9. Klassse nicht bestanden wurde
  • Berechtigung zur Laufbahn für mittlere nichttechnische Verwaltungsberufe
  • Besserer Eindruck bei Bewerbungen

Prüfungsinhalte

Der Quali umfasst z.T. schriftliche, mündliche und praktische Prüfungen in folgenden Fächern:

  • M/D (werden zentral gestellt)
  • E (wird zentral gestellt) oder P/Ch/B oder G/Sk/Ek – für Gymnasiasten ist nur E sinnvoll!
  • 1 Wahlfach aus Religionslehre, Ethik, Sport, Musik, Kunsterziehung. Das Fach muss auch im Gymnasium besucht worden sein. Es ist wichtig, zur Auswahl des Faches vor der Anmeldung schon mit der entsprechenden Mittelschule Kontakt aufzunehmen, möglichst noch im Januar!
  • Projektprüfung im Lernfeld Arbeit-Wirtschaft-Technik: In 3 Tagen soll in einer Gruppe ein Projekt erarbeitet und präsentiert werden. Die Themenvorgabe kommt in der Regel von der Mittelschule und greift Lerninhalte dieses Lernfeldes auf. Unter http://www.isb-mittelschule.de/ (dort „Projektprüfung“) finden sich nähere Infos und Beispiele.
  • insgesamt muss ein Schnitt von 3,0 erreicht werden, wobei die Gewichtung der Fächer unterschiedlich ist.

Vorbereitung

  • Um die Aufgabenart in M/D/E kennen zu lernen gibt es entsprechende Vorbereitungsbücher im Buchhandel. Vor allem Mathematik fordert eine gründliche Vorbereitung, da hier z.T. ganz anderer Stoff zu beherrschen ist. Die Volkshochschulen bieten oft speziell für Mathematik ab Januar sehr sinnvolle Kurse an.
  • Für die anderen Fächer ist auf jeden Fall rechtzeitig Kontakt mit der prüfenden Mittelschule aufzunehmen!

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Übertritt in den M-Zug

Interessant ist die Möglichkeit für Gymnasiasten, die auch für die Real- und Wirtschaftsschulen nicht geeignet erscheinen oder dort nicht unterkommen, über die Teilnahme am M-Zug der Mittelschulen doch die mittlere Reife zu erreichen. Die Erfolgsaussichten sind hoch!

  • Der M-Zug beginnt mit der 7. Jahrgangsstufe, ein späterer Übertritt in ihn ist auch möglich.
  • Voraussetzung für Gymnasiasten: Vorrückungserlaubnis oder Erlaubnis zum Vorrücken auf Probe (Probezeit entfällt, wenn eines der mit Note 5 bewerteten Fächer nicht auf der Mittelschule unterrichtet wird).
  • Übertritt ist auch möglich, wenn das Vorrücken wegen Nicht-Mittelschulfächern versagt wurde.
  • Auch das Bestehen des Quali ermöglicht unter bestimmten Umständen den Eintritt in die 10. Klasse, sogar wenn eigentlich das Wiederholungsverbot greifen würde.
  • Die 10. Jahrgangsstufe der M-Klasse muss im 12. Schulbesuchsjahr erreicht werden
  • Es empfiehlt sich rechtzeitig mit der Mittelschule Kontakt aufzunehmen, um weitere Fragen abzuklären.
  • Wechsel während des Schuljahres oder in besonderen Fällen: Entscheidung des Schulleiters.

Teilnahme an der Abschlussprüfung des M-Zugs

Es ist möglich, auch nur extern an der Abschlussprüfung zur Erlangung der mittleren Reife an der Mittelschule teilzunehmen, wenn man die 10. Jahrgangsstufe besucht (Anmeldung bis 1. März an der zuständigen Mittelschule). Die Prüfung ist in 7 Fächern abzulegen. Da dazu aber der ganze Stoff des Mittelschullehrplanes nachgelernt werden müsste, ist dies wohl nur in besonderen Ausnahmefällen empfehlenswert.

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